„Nicht wir haben die Wahrheit, die Wahrheit hat uns.“

Nicht zum ersten Mal geben wir (mit freundlicher Erlaubnis des Verfassers) ein Fundstück wieder, das beitragen kann, immer dort, wo Kirche sich versammelt, alle auf einen gemeinsamen Boden zu stellen. Dieser Boden kann nicht der geographische sein – z. B. Rom oder Deutschland; auch nicht der mehrheitliche, heißt es doch: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde“.

Die hier vorgelegten Predigtgedanken des Bischofs von Augsburg, Bertram Meier, entstanden zum Fest eines der größten Theologen der Kirchengeschichte und rufen uns zur Mühe, zum Studium und zur Verantwortung unseres theologischen Denkens. Damit folgen wir zugleich der Aufforderung auch eines weiteren großen Theologen: John Henry Newman formulierte 1855 in einem Text über Das Christentum und die wissenschaftliche Forschung: „Was ich einem jeden einschärfen möchte, […] was ich wagen möchte, auch den Theologen zu empfehlen, […] das ist ein großer und unerschütterlicher Glaube an die alles beherrschende Macht der Wahrheit. Der Irrtum mag eine Zeitlang in Blüte stehen, aber am Ende wird die Wahrheit siegen. Die einzige positive Wirkung des Irrtums besteht schließlich in der Förderung der Wahrheit.“